Die DJR setzt ihre Reihe der Multiplikatorenschulungen fort.

Nächte Multiplikatorenschulung findet

in Stuttgart

vom 20.07.2018 bis 22.07.2018 statt.

Thema der Tagung: MPS „Gegen Diskriminierung im Alltag“

Beginn: Donnerstag, 20.07.2018 um 16.00

Ende: Sonntag, 22.07.2018 um 15.00

Anmeldung unter: DJR-Bund@t-online.de

Programm zur Multiplikatorenschulung in Stuttgart

Hier sind weitere Informationen zur MPS

MPS für Ehrenamtliche im Bereich der Jugendintegrationsarbeit

Konfliktmanagement und Bekämpfung struktureller Diskriminierung im Alltag.

Ausgangssituation

Angesichts dessen, dass wir die letzten Jahre  in Deutschland massive Zuwanderungsschübe verzeichnen, und dessen, dass besonders in Großstädten der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund hoch ist, wird das Thema: Umgang mit Menschen anderer Kulturen im Alltag ohne sie zu diskriminieren immer aktueller.

Den Prognosen zufolge wird die Zahl der Zugewanderten in absehbarer Zukunft weiter steigen. Unter den Zugewanderten sind zahlreiche Jugendliche mit Bleiberechtsperspektive. Unwissen über die Flüchtlinge und Falschinformationen über ihren Verbleib in Deutschland schüren Ängste unter der Bevölkerung. Wie die Erfahrung gezeigt hat, fehlen oft Argumente auch den Multiplikatoren, die sonst sehr davon überzeugt sind, dass den Flüchtlingen geholfen werden muss.

Uns ist auch nicht entgangen, dass zwei Themen nebeneinander und zugleich in der Jugendarbeit immer wichtiger werden:

  • Umgang mit Menschen anderer Kulturen
  • Umgang mit Menschen, die im Alltag andere Menschengruppen strukturell diskriminieren und ihnen gegenüber Vorurteile hegen.

Der Bedarf an Klärung der Umstände und die Aneignung von Argumenten sollen die Multiplikato-ren in ihrem Vorhaben stärken, der Fremdenfeindlichkeit im Alltag mit Logik und Wissen entgegen-zutreten.

Leider lassen sich russlanddeutschen Jugendlichen für gruppenspezifische Stereotypen, Vorurteile und strukturelle Diskriminierung ziemlich schnell sensibilisieren. Die Vermutung, russlanddeutsche Jugendliche würden als Gruppe andere Migrantengruppen und Flüchtlinge nicht akzeptieren, ist im Umlauf und wird oft von der Presse und sozialen Medien geschürt. Dennoch gibt es dieses Problem und ein Gegenmittel kann nur durch breit angelegte Antidiskriminierungsarbeit erreicht werden. Diese Breite wird durch geschulte Multiplikatoren erreicht.  

2. Projektziele und –Inhalte. Methoden und Ansatz der Schulung.

Ziel der Multiplikatorenschulung ist es, Mitgliedern der DJR sowie den am Ehrenamt Interessierten bundesweit einen Überblick über mögliche Fallen der rechtspopulistischen Maschinerie zu geben und sie in der Bereitschaft, gegen Fremdenfeindlichkeit durch „Wissen wie“ gestärkt vorzugehen.

Die MPS besteht aus zwei Teilen:

Schulung in Form von Seminar und Workshop wie

Schulung und Erprobung des vermittelten Materials und der Techniken als eine Gruppe an Personen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher Kulturen. Die Erprobung soll während des Stadtteilfests in Stuttgart-Ost „Lange Ost-Nacht“ erfolgen.

Das Training vom 20. bis 22.07.18 wird sich mit den Themen Diskriminierung und Vorurteile auseinander setzen und ihre Bedeutung für den Alltag betrachten. Dies soll anhand von praktischen Übungen, Gruppenarbeiten und Diskussionen geschehen. Hierbei stehen eigene Erfahrungen und auch das Hinterfragen eigener Bilder über verschiedene gesellschaftliche Gruppen im Vordergrund.

Der Ansatz kann folgendermaßen beschrieben werden: Das englische Wort „Bias“ bedeutet übersetzt „Voreingenommenheit“ oder auch „Einseitigkeit“. Anti-Bias-Ansätze in der Bildungsarbeit zielen darauf, eine Schieflage, die auf Grund von Einseitigkeiten und Vorurteilen entsteht, ins Gleichgewicht zu bringen und Diskriminierungen abzubauen. Der Ansatz geht davon aus, dass wir Vorurteile erlernen – und dass wir Vorurteile zwar nicht verlernen, aber zumindest bewusster mit unseren Voreingenommenheiten umgehen können. Der Ansatz geht nicht nur von kulturellen und ethnischen Unterschieden aus, sondern beschäftigt sich mit allen Formen von Einseitigkeiten, also mit Diskriminierungen auf Grund von Herkunft, Kultur, sozialem Status usw. Dabei geht es auch um die Betrachtung der gesellschaftlichen Bewertung dieser Unterschiede und um die Auseinandersetzung mit struktureller Diskriminierung, das heißt, z.B. eine Benachteiligung aufgrund von Gesetzen. Die Basis ist die Wahrnehmung und Wertschätzung von Vielfalt.

Der Ansatz hat einen us-amerikanischen Ursprung, hat in Südafrika eine neue Prägung erhalten und wird in Deutschland immer bekannter

3. Zielgruppe

Das Projekt wendet sich an:

  • Ehrenamtliche der offenen Jugendorganisation DJR,
  • ehrenamtliche Integrationslotsen und Multiplikatoren,
  • ehrenamtlich engagierte Zuwanderer mit Bleiberechtsperspektive, die als Multiplikatoren bei der Umsetzung der Projektziele mitwirken

4. Methoden der geplanten Schulung und Referenten

Die Schulung soll mithilfe darbietender (Vortrag, Präsentation) und dialogischer Methoden (Brainstorming, Rollenspiel, Diskussion) realisiert werden. Zu den Referenten zählen verschiedene Experten der Integrationsarbeit, die Methoden und Instrumentarien für diese Form der Schulung ausgearbeitet hatten, indem sie sich auf das Internationale Wissen der Integrationsarbeit stützen.